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Internet-Kurs 1
Das Internet und seine Dienste

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as Internet ist nicht das World Wide Web (WWW)!

Das Internet ist ein weltweites Netz von Netzen. Es ist also nur die Infrastruktur (Leitungen, Computer, Modems usw.) sowie einheitliche Datenstandards (Protokolle).

Es besteht aus Hochleistungsverbindungen (Glasfaserkabeln, Satelliten, Tiefseekabel usw.) zwischen den regionalen, nationalen und organisationsgebundenen (z. B. universitären, öffentlichen, privaten) Netzen. Die Computer kommunizieren via Modem und einheitlichen Protokollen (Datenstandards).

1.1 Überblick der Anwendungen (Dienste)
1.2 World Wide Web
1.3 E-Mail
1.4 Technik

1.1


1.1 Anwendungen (Dienste)

Auf der Infrastruktur des Internets laufen die diversen Anwendungen (Dienste) ab.

Die traditionellen Andwendungen:

und die erst jungen aber erfolgreichen

  • World Wide Web
  • IRC (Internet Relay Chat)
  • ICQ (eine weitere Chat-Software)

1.2


1.2 World Wide Web

Das erst Mitte der 90er-Jahre populär gewordene World Wide Web (WWW) ist zur zentralen Drehscheibe des Internets geworden. Es ist zur verlinkten Benutzeroberfläche von E-Mail, FTP und Usenet avanciert. Und es dient ebenso als Plattform für neue Anwendungen wie Chat, Internet-Banking, Online-Einkauf usw.

Der geniale Kern des WWW ist die intuitive (und manchmal chaotische) Verlinkung von beliebigen Dateien. Aus einem Text heraus können einzelne Worte verlinkt werden oder auch Bilder, Logos (Icons) oder sogar nur einzelne Teile eines Bildes. Diese Links (auch Hyperlinks) führen zu

  • anderen Stellen im Text (wie im Lexikon auf dieser Site),
  • zu anderen Seiten innerhalb einer Web-Site (z.B. auf der Homepage dieser Site)
  • zu anderen Sites auf einem beliebigen Server irgendwo auf der Welt,
  • oder zum Herunterladen beliebiger Dateien, Bilder, Videos, Tondokumenten oder ganzen Programmen.

Diese Verlinkung beruht auf dem Prinzip des Hypertext. Dieser hat eine Geschichte, die weit älter ist als die des Internets.

Eine einheitliche Programmiersprache gewährleistet die Universalität des WWW. Sie heisst HTML (Hypertext Markup Language). HTML beschreibt die Funktion des Inhalts eines Dokuments und nicht dessen Form. Es wird beispielsweise nicht die Schriftgrösse festgeschrieben, sond. ob es sich um Text in der Normalgrösse oder um kleiner oder grösser Geschriebenes (z.B. einen Titel) handelt.

1.3


1.3 E-Mail - alt und beliebt

Obwohl einer der ältesten Internet-Dienste noch immer der beliebteste. E-Mail existierte lange vor der Entwicklung des WWW und wurde darin dank der neuen Browser und der Möglichkeiten von HTML integriert.

Dank seiner geringen Datenmengen konnten Mails bereits mit den langsamen früheren Leitungen und Modems versendet werden. Auch das Anhängen von Daten beliebiger Art (Attachements) ist seit langem möglich.

Heute spielt E-Mail in der Firmenkommunikation und in Werbung und Marketing eine wichtigere Rolle den je und hat zu einem gewissen Teil das Telefon und Briefpost ersetzt.

Inzwischen gibt es auch Transformationsdienste zwischen Telefon, E-Mail, Natel, Fax, Pager usw.

1.4


1.4 Technik - das organisierte Chaos

3 Prinzipien kenzeichnen das Internet:

Zuerst zur Netzstruktur: Das Internet kennt keine Zentrale - weder strukturell noch organisatorisch. Es ist nicht hierarchisch organisiert, sondern chaotisch. Es gibt keine Hauptzentrale, sondern bloss zahllose Zentralen von Teilnetzen (Uni-Netze, Firmennetze, lokale Provider, Verwaltungsnetze von Gemeinden, Ämtern usw.)

Schema (Vernetzung im Internet)

Die physische Struktur des Internets ist einem Strassennetz vergleichbar: Viele Wege führen ans Ziel. Denn die Teilnetze mit ihren eigenen Zentralen sind meist mit mehreren anderen Zentralen verbunden. Wenn nun eine Verbindung ausfällt oder überlastet ist, wird automatisch eine andere Verbindung zur Datenübertragung verwendet. So nimmt ein Mail der Uni A in der Schweiz nach der US-Uni B kaum je zwei Mal den gleichen Weg.

Als lokale Verbindungen kommen Telefon- oder TV-Kabelnetze in Frage (künftig auch das Stromnetz und Funknetze). Für die Hauptverbindungen zwischen den Zentralen werden sehr leistungsfähige Glasfaserkabel oder Satellitenverbindungen eingesetzt.

Über das Internet versandte Daten werden nicht als ganze Datei versandt. Sie werden in kleine Pakete aufgeteilt. Diese Pakete werden "nummeriert" und einzeln an den Bestimmungsort geschickt, wo sie vom Browser wieder zusammengesetzt werden. Dabei ist es sehr wohl möglich, dass die einzelnen Pakete unterschiedliche Wege nehmen.

Das Client-Server-Prinzip bedeutet eine Aufgabenteilung in einem Computer-Netz (nicht nur im Internet).

  • Client (engl. Kunde): Der Client bezieht Daten von einem anderen Computer. Jeder Internet-Browser (Netscape Navigator, Internet Explorer) ist ein Client. Er holt gemäss der URL (Internet-Adresse) eine Seite aus dem Internet und stellt sie auf dem Bildschirm dar.
  • Server: Der Server serviert auf Anfrage Daten. Ein Internet-Server stellt im Internet Daten zur Verfügung, die von den Clients abgerufen werden können. Diese Daten können Texte, Bilder, Ton-, Video-Dokumente, ein Mischung aus allem oder sogar Programme sein. Ein Server braucht eine dauernde Verbindung zum Internet, über die er erreichbar ist. Auch diese Site ist auf so einem Server gespeichert.

Es gibt also viel mehr Clients als Server. Aber auch die Zahl der Server geht im Internet längst in die Millionen.