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Erschienen im Bieler Tagblatt vom 8.2.99

Interview mit David Rosenthal

Kreditkarten sind unbedenklich

Bieler Tagblatt: Viele haben Angst vorm Bezahlen mit Kreditkarten im Netz. Zu recht?

David Rosenthal: Nein. Das Bezahlen mit Kreditkarten ist im Netz nicht gefährlicher als in normalen Läden und Restaurants. Ich mach's selbst auch und übermittle die Kartennummer unverschlüsselt.

Weshalb also die Panik?

Es bestehen immer Risiken. Aber der Punkt ist, dass nicht der Käufer die Bestellunge einer Ware beweisen muss, sondern der Verkäufer. Der Käufer kann die falsche Belastung einfach zurückweisen. Er muss bloss die Rechnung kontrollieren.

Dann ist das angekündigte und als so sicher gepriesene System SET mit der digitalen Unterschrift gar nicht nötig?

Für den Käufer ist es nicht nötig. Für ihn wird das Risiko dadurch sogar noch grösser, denn die Beweislast wird zum Kunden verlagert. Deshalb will der Handel SET. Insgesamt wird das Risiko kleiner, aber das Restrisiko trägt der Kunde.

Und was empfehlen sie generell zum Einkauf im Internet?

Bei gewissen Sex-Angeboten wird eine Kreditkarten-Nummer verlangt, um Kindern den Zugriff auf das Angebot zu verweigern. Dabei kann es zu Missbräuchen kommen. Auch wenn man die anfechten kann ist das doch relativ mühsam.

Und was raten sie Händlern?

Ganz normale Rechnungen stellen. Zumindest in der Schweiz kommen Betrügereien kaum vor. Der Gewinn ist allemal grösser als das Risiko.