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Erschienen im Bieler Tagblatt vom 9.11.1998

Netscape: Browser 4.5

Netscapes neuster Browser hat einen Spion eingebaut

Das sogenannte «Smart browsing», das clevere Surfen der neusten Browsergeneration von Netscape, hat Tücken. Die Firma erhält automatisch Daten über die Surfgewohnheiten der Benutzer.

Peter Grupp

Eine Hilfe für Internet-Neulinge sollte es sein, das «Smart browsing». In der neuen Generation 4.5 der Netscape-Browser (Kommunikationsseite vom 31.10.98) - und bereits in der früheren Version 4.06 - findet sich die Funktion «What’s related». Sie führt zu themenverwandten Sites, etwa zu weiteren Mediensites, wenn man bereits die Homepage von CNN ins Fenster geladen hat.

Just die vollmundig angekündigte neue Funktion beinhaltet eine happige Sicherheitslücke. Mit dem Aktivieren der neuen Funktion meldet der Browser dem Netscape-Server alle URLs der besuchten Sites. Daraus kann Netscape ein Surfprofil erstellen, das in Kombination mit der Cookie-Technologie den aufgezeichneten Pfad einer bestimmten Person oder zumindest ihrem Computer zuordnen lässt. Aufgezeichnet werden dabei sogar URLs in firmeninternen Intranets.

Den Surfspion haben jetzt Hacker entdeckt. Im Grunde ist er aber nicht neu, da das «Smart browsing» auf der bekannten Browsererweiterung Alexa basiert. Dessen «Spionagetätigkeit» ist von den Programmierern nie bestritten worden. Netscape jedoch hat nicht darauf hingewiesen und der Surfer merkt nichts vom Sicherheitsleck.