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Erschienen im Bieler Tagblatt vom 13.2.99

Internet-Expo: Grösser und teurer

Web zwischen Business und iMac

Die Internet-Expo beweists: das Web ist zum Wirtschaftszweig und Handelsplatz geworden. Aus dem Seeland stellte sich das Anleger-Magazin Borsalino vor.

Peter Grupp

Allein schon der Blick aufs zahlreiche Messepublikum zeigt's: Nicht mehr Computerfreaks und Freizeitsurfer beherrschen die Szene. Edles Tuch kleidet die Internet-Manager, Krawatten übertreffen die Jeans zahlenmässig bei weitem. Und: Erstaunlich viele Frauen bevölkern die angeblich so männerlastige Internet-Szene.
In ihrer dritten Ausgabe ist die Internet-Expo in das Messezentrum nach Örlikon umgezogen, auf 7000 Quadratmeter angewachsen und nennt sich «Fachmesse für Business im Internet».

Klotzen, nicht kleckern

Entsprechenden Aufwand haben die Aussteller getrieben: Die grossen Anbieter haben keine Kosten gescheut, um mit aufwendigen «Ständen» das Publikum anzulocken. Java-Erfinder Sun breitete sich gut positioniert auf einer riesigen Ausstellungsfläche aus: mit eigenem Casino und Bar. Weitere Grossstände erstellten die Post für ihr Internet-Banking, Microsoft mit laufenden Präsentationen und Ausschnitten des Internet-Films «You’ve got mail», mehrere Banken, zahllose Web-Agenturen und natürlich die Povider.

Neben den Riesen Bluewindow, Swissonline und Sunrisefuhr der Newcomer Agri des Bauernverbands mit eigener Bühne und Band ein. Nicht nur Privatkunden, sondern auch den kleinen und mittleren Unternehmen will er seine Dienste anbieten.

iMac als Symbol

Gleich mehrere Symbole der Internet-Szene waren in Zürich präsent: Die Swatch Beat verunstaltete so manches Handgelenk und gleich mehrere Smarts waren zu gewinnen. Zum eigentlichen Sinnbild fürs Internet scheint indes der iMac von Apple avanciert zu sein. An jedem zweiten Stand versuchte das Stilwunder von Apple Blicke auf sich zu ziehen - und so mancher Berater mühte sich mit dem für ihn offensichtlich ungewohnten Nicht-Windows-PC ab. Und wem auch der iMac nicht genügt stellte gleich Apples neuen G3 auf, den Proficomputer im iMac-Look.

Neues aus Biel: Borsalino

Auch aus der Region Biel-Solothurn waren Neuigkeiten zu bestaunen. Mit Bieler Technik und Solothurner Redaktion ist eben das Anlegermagazin Borsalino aufs Netz gegangen. Laut Entwicklungsleiter und Redaktor Nicolas Berg will «Borsalino» dreimal täglich aktualisierte Finanz-News bieten und Anleger ansprechen mit einem Vermögen von bis rund 250 000 Franken. Eigentliches Herzstück von «Borsalino» ist eine Beratungs- und Finanzverwaltungs-Software. Entwickelt hat sie die Bieler Firma Rolotec, die dafür ihr Profi-Programm «Shark» für Banken und die Schweizer Börse weiterentwickelt hat.
Wichtigste Stärke des Magazins ist die Unabhängigkeit der Beratung von den Banken. Denn diese würden selbstverständlich nur eigene Produkte und Fonds empfehlen, auch wenn ein Konkurrenzprodukt besser rentiert. Und wie gut kann denn eine Software-Beratung sein? «So gut wie ein mittelmässiger Kleinkundenberater allemal», versetzt Berg schnippisch.