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Erschienen im Bieler Tagblatt vom 26.06.1999

Telefongesellschaften: Swisscom und ihre Konkurrenten
Wie kann ich billiger telefonieren?

Das Telefon-Paradies ist angebrochen und sogleich zum Dschungel geworden: Zahllose Telefongesellschaften buhlen um Kunden. Das lässt sich mit systematischem Vorgehen kostensenkend ausnutzen.

Peter Grupp

Rund 200 Telefongesellschaften bevölkern den Schweizer Kommunikations-Dschungel. Jagd auf den Normaltelefonierer machen aber nur die wenigsten: Roberto Rivola vom Bundesamt für Kommunikation in Biel schätzt deren Zahl auf immerhin 30. Diese 30 bieten Telefondienste für Privatkunden an. Der Rest richtet sich an Firmen und Organisationen oder bietet Spezialdienste wie etwa Pager-Informationen an.

Mit System
Ziel für Otto-Normal-Telefonierer ist, Telekomm-Kosten zu sparen und aus der Angebotsfülle den oder die billigsten Anbieter auszuwählen. Zwar hat auch die Swisscom seit der Markliberalisierung im Vorjahr die Tarife gesenkt. Noch immer liegt sie jedoch meist massiv über dem jeweils billigsten Konkurrenten.
Im Lokalbereich biete nur «Sunrise» der Swisscom Paroli. «Sunrise» bietet als einzige Konkurrentin auch Lokalgespräche an. Und das zu einem Tarif, der am Tag sieben Prozent unter demjenigen der Swisscom liegt und abends bis zu 19 Prozent.

Versteckte Kosten
De Facto liegen die Kosten von «Sunrise» aber noch tiefer. Denn die Swisscom verrechnet als mindeste Abrechnungseinheit zehn Rappen, auch wenn der Anruf nur eine Sekunde gedauert hat. Wichtiger ist indes, dass jede angebrochene Taxeinheit voll berechnet wird: Auch wenn nur eine Sekunde gebraucht wurde, zahlt der Kunde die ganzen zehn Rappen, Niedertarif hin oder her. So schenkt er der Swisscom pro Gespräch durchschnittlich fünf Rappen.
Wer mit «Sunrise» telefoniert, profitiert auf eine weitere Weise: Der Lokaltarif erstreckt sich beim privaten Konkurrenten auf den ganzen Vorwahlbereich - in Biel also auf den ganzen 032-Bereich von Neuenburg über den Jura bis nach Solothurn. So lässt sich nochmals massiv sparen.
Als Fazit bleibt, dass die Swisscom-Kosten durch einen Wechsel zu «Sunrise» deutlich unterboten werden können. Dafür muss man seinen Anschluss von der Swisscom zu «Sunrise» umschalten lassen - Preselection genannt. So kann normal telefoniert werden, aber alle Anrufe gehen nun direkt auf das «Sunrise»-Netz.
Die Qual der Wahl hat, wer überregional oder international telefonieren will. Mit System kann man aber viel sparen. Zuerst werden anhand der detaillierten Abrechnung die grössten Posten eruiert: nach Nummer, Wochentag und Zeit. So sieht man, wo Sparpotenzial liegt. Anschliessend kann man beim Web-Service Comparis gezielt den günstigsten Anbieter für die Anrufe zum Geschäftspartner in Frankreich oder die Schwiegereltern in Deutschland suchen.

Mehrere Gesellschaften
Oft lohnt es sich, mit verschiedenen Telefongesellschaften zu arbeiten. Bei internationalen Telefonaten liegt nämliche «Sunrise» keinsewegs vorn. Hier lohnt es sich, mit einer oder sogar mehreren zusätzlichen Gesellschaft(en) zu telefonieren. Nach Deutschland bietet zum Beispiel unter Tag Econophone sehr günstige Konditionenen, während Télésonique abends und am Wochenende die Swisscom um 75 Prozent unterbietet.
Die verschiedenen Gesellschaften wählt man mit jeweils einer Vorwahl an und gibt anschliessend die normale Telefonnummer ein. Die Vorwahl kann zur Erleichterung mitsamt der Nummer abgespeichert werden, so dass man bequem per Nummernspeicher die gerade günstigste Variante auswählen kann.