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Erschienen im Bieler Tagblatt vom 1.2.99

BEKBnet: Die Berner Cyberbank

Kantonalbank setzt auf Internet

Die Berner Cyberbank nennt sich BEKBnet und ist ein Profitcenter der Kantonalbank. Sie will Otto Normalverbraucher das Internet-Banking schmackhaft machen.

Peter Grupp

Die Berner Kantonalbank bietet nicht als erste das Internet-Banking an. Vorangegangen sind die Grossbanken, die Zürcher KB sowie Migros und Coop. Aber im Gegensatz zu den High-Tech-Lösungen wie beispielsweise derjenigen der Credit Suisse mit ausgefeilten Börsentransaktionen ist das Angebot der Berner BEKBnet so einfach wie möglich gehalten. Dafür lässt sich von der Kontoeröffnung bis hin zur Geschäftsanbahnung einer Hypothek alles via Internet, Telefon, Fax oder Briefpost erledigen.

Angebots-Pakete

Manfred Hauser setzt als Leiter des BEKBnet-Teams voll auf seine Pakete: Light und Basic für die Privatkundschaft, Business für kleine und Mittlere Unternehmen. Sie beinhalten jeweils einen festen Leistungsumfang zu einer festen Monatsgebühr, die sämtliche Spesen einschliesst.

Zur Einführung bietet das Light-Angebot für ein Jahr sogar gratis Internet-Banking. Es umfasst ein Zahlungs- und ein Anlagesparkonto, normalen Zahlungsverkehr, Daueraufträge und die EC-karte als wichtigste Elemente. Wer auch in (einige wenige) Fonds oder ein Vorsorgekonto investieren oder eine Hypothek abschliessen will, entscheidet sich fürs Paket Basic.

Im Gegensatz zu den Konkurrenzangeboten können diese Pakete von der Eröffnung über Zahlungen bis hin zum Verändern von Daueraufträgen oder einem Hypotheken-Antrag vollumfänglich vom PC aus bearbeitet werden. Aber sie müssen nicht.

Wem beispielsweise das Abtippen von Einzahlungsscheinen zu mühsam ist, kann diese weiterhin auf dem traditionellen - und schnelleren - Weg per Post erledigen. Sämtliche Manipulationen und natürlich vor allem die Beratung können zudem via Telefon oder Fax erledigt werden.

«So wollen wir den Normalkunden fürs Internet gewinnen», erklärt Manfred Hauser, der aus den im Vergleich zu den Grossbanken beschränkten Mitteln der Berner KB eine Tugend gemacht hat. Zwar bietet auch die Berner Kantonalbank - und nicht das BEKBnet (Hauser: «etwas kompliziert, ich weiss») - weitergehende Internet-Möglichkeiten an. Denn für alles, was die Pakete sprengt, muss die Muttergesellschaft des BEKBnet beigezogen werden. Diese Ergänzung ist indes problemlos möglich und bietet ebenfalls Internet-Banking.

Hauser ist überzeugt, mit der einfachen Struktur vielen Einsteigern die Angst vor dem Internet-Banking zu nehmen und so auch ein neues Publikum zu gewinnen. 400 Kunden zählt das BEKBnet bereits nach einem halben Jahr. Zusammen mit den «alten» Kantonalbankkunden erledigen schon 2000 ihre Bankgeschäfte via Internet oder Telefon.

Internet-Event live

Um das BEKBnet und gleichzeitig die neue Begegnungszentrum am Berner Hauptsitz mit integriertem Reisebüro, Café, BEKBnet-Schalter und natürlich Bankschaltern bekannt zu machen, hat die Bank diese Woche einen Internet-Event veranstaltet. Zusammen mit Partnern wie Migros, SwissOnline, Blue Window oder Railtour sollte das Internet dem Mann und der Frau der Strasse näher gebracht werden. Und das gelang offensichtlich: Das Internet-Forum mit dem Thema «Stellt das Internet unser Leben auf den Kopf?» musste ob des Ansturms gleich doppelt geführt werden.